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Das
theater acéphale muss seine Veranstaltungstermine-Aufführungen
LIBERA
ME vom 8.- 10. März modifizieren. Die Raum- und Klang-und
Video-Installation von Wolfram Frank und Joachim Dierauer ist
jeweils
zwischen 19.00 und 21.30 begehbar. Eine Einführung findet jeweils
um 19.30
statt. Ebenso besteht jeweils um ca. 21.30 die Möglichkeit zu einem
Gespräch. Eine Video-Aufführung des szenischen Teiles ist jeweils
um ca.
20.00 zu sehen. Eine 'live'-Realisation des schauspielerischen
Teiles ist
aus finanziellen Gründen (acéphale zahlt im Stundenlohn)leider
nicht mehr
möglich.- Die Bar ist wie geplant ab 19.00 geöffnet. Der Eintritt
ist
kostenlos.- Morgen, Mittwoch-Abend findet um 20.00 wie geplant
das
Referat von Wolfram Frank zur Einführung in Denken und Praxis des
theater
acéphale statt.- Eine Wiederaufnahme des Projektes, zusammen mit
dem 3.
Teil der Trilogie "Hoc est enim corpus meum" unter dem
Arbeitstitel
"Lazarus" ist für den Spätherbst geplant.
das so
eben neugegründete theater acéphale, das mit dem
philsophisch-theologischen Projekt LIBERA ME am 1. März zum
erstenmal an
die Oeffentlichkeit tritt, verurteilt sowohl die armselige
Almosensprechung für LIBERA ME wie die Verweigerung jeglicher
Unterstützung seiner zweiten für dieses Jahr bei der Stadt Chur
eingereichten Produktion aufs schärfste. Es handelt sich dabei um
die
Schweizerische Erstaufführung des Theaterwerkes ORGIE von Pier Palo
Pasolini, der als einziger Vertreter der internationalen rätoromanischen
Sprachfamilien,des oberitalienischen Friaulianischen, als Dichter
und
Filmregisseur (Accatone, Mama Roma u.v.a.)Weltgeltung erlangt hat.
Das
Denken und Engagement des im Friaul aufgewachsenen Dichters galt bis
zu
seiner Ermordung 1975 in Rom dem Eigenen, den Randregionen wie dem
damals
noch bäuerlichen und einzig rätoromanisch-friaulianisch
sprechenden
Friaul. Pasolini träumte in einem berühmt gewordenen brief sogar
von
"einer einzigen Region von Triest bis Chur", also einem
alpenländischen,
sprachlich-kulturell, politisch eigenen Raum, einer letzten Identität
,
einem letztes Eigenen. Nach den zyklon-artigen Zerstörungen durch
die
sogenannte Globalisierung der letzten zwei Jahrzehnte wäre die Rückwendung
zum Werk Pasolinis so auch für jegliche bündnerische-rätoromanische,
Churer Politik und Kultur nicht nur impuls-, sondern auch massgebend.
Gegen diesen von - nachweisbar persönlichen wie auch politischen -
Abneigungen diktierten Entscheid der Stadt Chur gegen das auf über
100
Seiten dokumentierte "Orgie"-Projekt des theater acéphales
- und das Werk
P.P.Pasolinis ! -, wird dieses Beschwerde erheben,eine Beschwerde
der
-über Graubünden hinaus - exemplarische Bedeutung zukommt, indem
es sich
eben um die Rettung des letzten eigenen Ortes, Raumes, Sprache,
Identität
handelt.- Dass hierbei von den gerade tätigen rätoromanischen
Medien
skandalöserweise kaum Unterstützung zu erwarten ist, wird niemand
verwundern, der die
zerstörerische Direktion dieser durch Mariano Tschuor kennt,-
ebensowenig
wie von den wenigen in Chur-Graubünden verbliebenen
'Kulturschaffenden',
welche sich alle naht-wortlos in die 'Partei'(die bündnerische
'Einheit'von Politik-Medien-Institutionen-Juristik) eingefügt
haben.
theater acéphale
wolfram frank
christoph buser
ali fekri
LIBERA
ME ----- THEATER ACEPHALE
Eine theatralische Installation von Wolfram Frank
Co-Produktion Theater Chur – Imprimerie Basel
Uraufführung: Donnerstag, 1. März, Pulvermühlenareal, 20.00
Folgevorstellungen:
3., 4., 8., 9., 10. März
Täglich 19.30 Einführung
Publikumsgespräch: Mittwoch 7. im Anschluss an die Vorstellung
Kassen- und Baröffnung: 19.00
Gastspiel Co-Produzent Imprimerie Basel:
Premiere: Mittwoch 14. März
16., 17., 18. März
LIBERA ME ist der zweite Teil der Trilogie HOC EST ENIM CORPUS MEUM.
Der
dritte Teil, dessen Titel noch nicht feststeht folgt im nächsten
Jahr
Zu HOC EST ENIM CORPUS MEUM hatten wir Ihnen im letzten Sommer ein
umfangreiches Dossier eingereicht, das leitend für das ganze
TRIPTYCHON
ist, in dem es um die abendländische Geschichte des Körpers und
die Frage
nach dem CORPUS selbst geht (vgl. auch www.insitu-chur.ch).
Zum jetzigen
Gesuch liegt ein neuer - miszellenhafter - Text bei, der das Projekt
also
auch dramaturgisch, essayistisch fortschreibt.
LIBERA ME ist zugleich die erste, die Eröffnungsproduktion des
neuen
Theaters ACEPHALE, dessen Grundlagenpapier ebenfalls beiliegt.
Zur jetzigen Disposition, Terminierung von LIBERA ME ist folgendes
zu
sagen. Wir hatten für den gleichen Zeitraum mit dem Theater Chur
als
Koproduzenten die Schweizerische Erstaufführung von Pier Paolo
Pasolinis
„ORGIE“ geplant, für die der Kanton Graubünden auch bereits
einen
namhaften Beitrag gesprochen hat. Insbesondere jedoch durch die
Absage von
Pro Helvetia, auf deren fundierende Unterstützung wir aufgrund der
Dreisprachigkeit des Projektes (deutsch-rätoromanisch-italienisch)
sowie
seines innovativen Charakters (was den Text, Autor sowie die
szenische
Konzeption betrifft) gehofft haben, muss die Finanzierung neu
sichergestellt werden. Gegen die Ablehnung der Pro Helvetia haben
wir
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben (vgl. auch hierzu
www.insitu-chur.ch),
müssen aber, wie schon erwähnt, das Projekt aus der
jetzigen finanziellen Situation heraus auf den Oktober (gleicher
Ort)
verschieben, wiederum in Co-Produktion mit dem Theater Chur.
Nach der von ungewöhnlich einhelligem Zuschauerzuspruch begleiteten
U von
HOC EST wollten wir dieses Projekt im Dezember zunächst
wiederaufnehmen,
was eine Erkrankung von Wolfram Frank (Ohr-Entzündung-Blutvergiftung)
verhinderte. Zwischenzeitlich haben wir uns zu einer Fortsetzung des
Projekts und seiner Weiterführung zu einer TRILOGIE entschlossen
und
arbeiten seit Wochen an dieser.
Von HOC EST liegt eine Videodokumentation vor, die Sie gerne bei uns
anfordern können. Aufgrund eines wiederholten Boykotts (2005) durch
die
SO-Medien- AG liegen skandalöserweise keine Presseberichte vor (ausser
zwei Leserbriefe – vgl. Beilage). Aus Geldgründen konnten wir
auch kein
Programmheft erstellen, werden diesmal aber Fotokopien der wichtigen
Texte
auflegen.
Inhaltlich, gehaltlich, liegt der Schwerpunkt von LIBERA ME im
Gegensatz
zu HOC EST….nicht mehr auf der Darstellung, Spiegelung,
Video-Dokumentation der abendländischen Körpergeschichte, sondern
auf
neuen Entwürfen, Denkmöglichkeiten des CORPUS, die allesamt in der
neueren
französischen und italienischen Philosophie begründet sind; daher
auch der
Titel: LIBERA ME (ein Spruch aus dem katholischen Messbuch). Die
Texte
stammen wiederum wesentlich von Antonin Artaud und Pier Paolo
Pasolini,
doch treten auch Texte von Paul Celan, Nelly Sachs hinzu. Der für
LIBERA
ME entscheidende und leitende Text über die notwendige Schaffung
eines
neuen CORPUS von Antonin Artaud liegt bei. Zwei zentrale Szenen von
HOC
EST werden –gleichsam als Eröffnung-Verbindung- modifiziert
beibehalten;
szenisch wird der Vorgang, das Geschehen der katholischen
Messe-TRANSSUBSTANTATION zentral.
Eine breitangelegte Tonbandfuge (ca. 2x5 Minuten ) enthält zudem
eine Art
übereinandergelegtes vielsprachiges Oratorium verschiedenster Texte
und
Autoren ( Augustinus, Altes und Neues Testament
(lateinisch-griechisch),
Plato („Symposion“), Georges Bataille, Pauline Réage, Unica Zürn,
Augsburger Bekenntnis, Heidelberger Katechismus, de Sade,
Oroginaldokumente Artaud-Pasolini u.a.)
Die beiden Protagonisten, Peter Kaghanovitch und Julia Maurer
bestimmen
auch LIBERA ME. Zu den bisherigen zwei Nebendarstellern Ali Fekri
und
Claude Bladetscher treten zwei weitere (Reto Behrens, Elitsa
Tokoshava)
hinzu
Die die ganze fussbaldfeldgrosse ehemalige Brockenstube im
Pulvermühlenareal- füllende Installation schliesst an jene von HOC
EST an,
kompliziert und verdichtet sie jedoch erheblich, vor allem durch die
Ausweitung der zentralen Stacheldrahtinstallation, eine komplexe
Lichtgeometrie und zahlreiche ikonographische Detail-Objekte Zudem
wird
auch der Vorraum zur eigentlichen Halle miteinbezogen
An der Installation arbeitet neu auch Joachim Dierauer mit.
Die Dauer des Abends wird bei ca. 2 Stunden liegen. Beibehalten
werden wir
auch das – nach unserer Meinung revolutionäre – Verhältnis,
Gefüge
Zuschauer- Raum- Aktion. Die Zuschauer werden nach einer kurzen
Instruktion in den Raum geführt und können sich dort bewegen (oder
auch
setzen) wie sie wollen; sie können sich den Raum-Details, Videos,
Projektionen zuwenden, die Installation erwandern oder sich auf die
Aktionen der Darsteller konzentrieren.
theater acéphale
wf
2. januar 2012
Leserbrief
betr. Netzer-Preis-Programm
Bericht
in der WOZ vom 15.12.2011
Pressemitteilung
Entscheid Pro Helvetia
Pressemitteilung
zu "Hoc est enim corpus meum"
--- aus
Krankheitsgründen verschoben, neuer Termin wird baldmöglichst mitgeteilt
---
URAUFFUEHRUNG
HOC
EST ENIM CORPUS MEUM II
(Dies ist
nämlich wahrhaft mein Körper)
Eine
theatralische Installation
von Wolfram Frank
mit Texten von Antonin Artaud und Pier Paolo Pasolini, Musik von Sofia
Gubaidulina
--- aus
Krankheitsgründen verschoben, neuer Termin wird baldmöglichst mitgeteilt
---
Donnerstag,
8. Dezember, 20:00, Pulvermühleareal CHUR, Einführung 19:30
Weitere
Aufführungen:
9. und 10.
Dezember 2011
Einführungen je 19:30
Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung vom 10. Dezember
Bar und Kassenöffnung 19:00
Ehemalige
Brockenstube, Pulvermühleareal
Pulvermühlenstr. 20, Bus Nr. 2 - Richtung Obere Au - Haltestelle
Güterstrasse
Wir ersuchen und
bitten Sie dringlich zu einem Besuch und einer Besprechung unseres
aussergewöhnlichen, interdisziplinären Projektes, das in seinem
theatralischen Schwerpunkt - mit Texten von Antonin Artaud und Pier Paolo
Pasolini (und den SchauspielerInnen Peter Kaghanovitch und Julia Maurer) -
zu einer seltenen Radikalität findet.
Eine erste
Fassung des Projektes, die bereits auf aussergewöhnliches Interesse des
Churer Publikums stiess, kam bereits Ende Oktober - Anfang November zur
Aufführung; die definitive Fassung in der fussballfeldgrossen Halle des
Churer Pulvermühlenareals kommt jedoch erst zu den obengenannten Terminen
zur Realisation.




Der bekannte
Liedermacher und Autor Linard Bardill schrieb dazu in der
"Südostschweiz" vom 2. November:
Eine
Vorstellung, die Emotionen weckt
Die
immense Halle der alten «Brocki» an der Pulvermühle
Chur wird im neuen Stück von In Situ mit schwarzen
Buchstaben, Wörtern und Sätzen selber zum Körper.
Hier ist der Mensch, «Ecce Homo», Wolfram Frank und sein
Team gehen den Fragen nach: Was ist Körper, warum essen
die Gläubigen den Leib Gottes? Warum wurde der Mensch in
Körper, Geist und Seele aufgespaltet? Und warum mündete
die Körperlichkeit des Christentums in Körperhass,
Geisselung, Hexenverbrennung?
Das
Stück «Hoc est enim corpus meum» wird in einer
Installation präsentiert, die Zuschauer gehen frei im Raum
den verschiedenen Texten, Bildern, Tänzen und Performances
der Schauspieler Peter Kaghanovitch und Julia Maurer nach. Momente
von äusserster Intensität und stimmiger Dichte
entstehen, in denen Nacktheit und Tod wie Verstümmelung und
Schönheit Platz finden. Der Körper soll zu sich selbst
erlöst werden, denn das Einzige, das wir wirklich verlieren
können, ist unser Körper. Die Ambivalenz zwischen
Körpersucht und Körperverleugnung wird durch die
Anordnung schmerzlich und befreiend bewusst. Mit Texten von Artaud
und Pasolini wird geklärt, erfunden, Gegenwelt erzählt.
Die künstlerischen Momente, Bilder, Gedanken und Emotionen,
die im Zuschauer geweckt werden, sind die Stärke dieses
hervorragenden Abends, den ich nur wärmstens empfehlen kann.
Mit:
Julia Maurer
Peter Kaghanovitch
Sowie: Claude
Badertscher, Ali Fekri, Reto Behrens, Rico Hassler, Christoph Buser, Carla
Trachsler, Christa Bernstein, Siegfried Friedrich, Nelly Engi, Daniel
Eine
ausführliche Darstellung des Projektes sowie weitere Angaben finden sie
unter mehr
Infos...
Mit
herzlichen Grüssen
IN SITU
CHUR
"Die Angst,
das Begehren, den Leib Gottes zu sehen, zu berühren und zu essen, dieser
Körper zu sein und nichts als das zu sein, bilden das (Un-)Vernunftsprinzip
des Abendlandes."
(Jean-Luc Nancy)
"Wir sind
noch nicht auf der Welt
Es gibt noch keine Welt
Die Dinge sind noch nicht gemacht
Der Sinn des Seins ist noch nicht gefunden...."
(Antonin Artaud)
ORGIE
Von
PIER PAOLO PASOLINI
In einer
Inszenierung von WOLFRAM FRANK/IN SITU
Deutsch von Heinz Riedt
Regie: Wolfram
Frank
Bild: Thomas Zindel
Klang: Siegfried
Friedrich
Produktion:
IN SITU
Koproduktion:
Theater Chur
Schweizer
Erstaufführung
verschoben
auf Okt./Nov. 2012
Imprimerie
Basel
verschoben
auf Okt./Nov. 2012
mehr
Infos...